MOST (Satellit)

MOST (Microvariability & Oscillations of Stars oder Microvariabilité & Oscillations Stellaires) ist ein kanadisches Weltraumteleskop zur genauen Messung von Sternhelligkeiten. Es bestimmt Oszillationen von Sternen und entdeckt extrasolare Planeten durch die Veränderung der Helligkeit des Systems während eines Planetenumlaufs. Der Satellit kann mit Hilfe eines CCD-Sensors scheinbare Helligkeitsunterschiede von nur einem Millionstel mag feststellen. Das Missionsende ist für September 2014 vorgesehen.[veraltet]

MOST wurde von der kanadischen Firma Microsat Systems Canada entwickelt, in Zusammenarbeit mit der University of British Columbia, der University of Toronto, Spectral Applied Research, Ceravolo Optical Systems und AMSAT. Die Satellitenmasse von MOST beträgt nur 60 kg, man spricht daher auch von einem Mikrosatelliten.
Die Verbindung zu MOST besteht über die drei Bodenstationen in den Universitäten von Vancouver, Toronto und Wien. Jede der Stationen hat täglich etwa fünf Überflüge von je 10 Minuten Dauer. Die Datenrate beträgt 38.400 bit/s im Downlink und 9.600 bit/s im Uplink.
MOST wurde am 30. Juni 2003 von einer russischen Rockot-Rakete von Plessezk aus in eine sonnensynchrone Umlaufbahn in ca. 820 km Höhe gebracht. So können die Solarzellen den Satelliten ständig mit Energie versorgen. MOST kann einen bestimmten Stern ca. zwei Monate ohne Unterbrechung beobachten.
MOST war zu Beginn für die Beobachtung von etwa 10 Sternen innerhalb eines Jahres vorgesehen. Die Mission wurde jährlich verlängert, bis MOST über 10 Jahre im All war und Daten von über 5.000 Sterne gesammelt hatte.
Im Herbst 2013 wurden die Betriebskosten den zu erwartenden Forschungsergebnissen und alternativen Beobachtungsmöglichkeiten gegenübergestellt. Nachdem MOST die Erwartungen schon weit übertroffen hatte, entschied die CSA, die laufenden Beobachtungen bis zum 9. September 2014 fortzuführen, danach wird die MOST-Mission beendet.[veraltet]
Im Jahr 2004 publizierten die Wissenschaftler, dass der nahe Stern Prokyon (α Canis Minoris) nicht so stark oszilliert wie ursprünglich angenommen.
2006 entdeckte man mit dem Teleskop eine bisher unbekannte Klasse von Riesensternen, die „slowly pulsating B supergiants“.
Die Umlaufzeit des 2004 entdeckten Exoplaneten 55 Cancri e wurde 2011 zu nur 17 Stunden bestimmt. Aus den geringen Helligkeitsschwankungen des Sterns 55 Cancri konnte der Durchmesser und die Dichte des Planeten bestimmt werden. 55 Cancri e ist damit der dichteste bekannte Planet.
Am 25. Februar 2013 wurde Kanada’s zweites Weltraumteleskop NEOSSat in eine Umlaufbahn gebracht.
Ein ergänzendes Satellitenprojekt zu MOST ist BRITE, neben Kanada sind daran Österreich und Polen beteiligt.

Pierre du Diable

Die Pierre du Diable (Teufelsstein) von Lécluse ist einer von mehreren Findlingen, Menhiren oder Steintischen dieses Namens (Allinges, Arq, Artas, Beuvry, Jambes, Haillot, Soubise – auch im Plural als „Les Pierres“) in Belgien, Frankreich und in der Schweiz.
Der 3,05 Meter hohe Pierre du Diable (auch La Borne-des-Pierres genannt) steht im Gemeindegebiet von Lécluse im Département Nord nahe den Orten Dury, Étaing und Récourt, die sich jedoch bereits im benachbarten Département Pas-de-Calais befinden.
Um 1900 war er noch fünf Meter hoch, aber durch einen Erdauftrag oder eine Sprengung, die wahrscheinlich während des Ersten Weltkrieges erfolgte, ist er heute kleiner.
Auf dem quaderförmigen etwa einen Meter breiten und 0,6 m dicken Stein sollen die Figur eines Teufels und seine Krallen zu erkennen sein. Einer mehrere Menhire am Pas-de-Calais und in der Bretagne betreffenden Legende nach wurde auch dieser Teufelsstein von Satan an seinen Platz geworfen.
50.2695953.025972Koordinaten: 50° 16′ 11″ N, 3° 1′ 33″ O

Robert Bartholow

Robert Bartholow oder Roberts Bartholow (* 28. November 1831; † 1904) war ein amerikanischer Arzt aus New Windsor, Maryland.
Bartholow erlangte seinen Abschluss in Medizin an der Universität Maryland im Jahre 1852. Von 1855 bis 1864 arbeitete er als Chirurg in der US-Armee. In den Jahren 1864 bis 1879 war er Professor am Medical College von Ohio. Anschließend wurde er Professor am Jefferson Medical College in Philadelphia.
Bekannt wurde Bartholow durch die Anwendung von elektrischem Strom auf die Dura mater einer Patientin. Im Jahre 1874 präsentierte Bartholow die 30-jährige Mary Rafferty, die ein im Durchmesser zwei Zoll großes Loch in ihrem Schädel hatte, dass durch ein krebsartiges Geschwür verursacht wurde. Durch Tierversuche von David Ferrier inspiriert, wendete Bartholow kleine elektrische Ströme auf verschiedene Bereiche von Raffertys Kopf an und bemerkte Bewegungen an verschiedenen Stellen des Körpers. Der elektrische Strom schien zudem keinerlei Schmerz bei der Patientin zu verursachen. Als Bartholow jedoch größere Stromstöße auf die Patientin anwendete, fiel diese ins Koma. Aus diesem Koma erwachte Rafferty zwar, erlitt jedoch am Folgetag einen epileptischen Anfall und verstarb.
Die American Medical Association kritisierte Bartholow für dieses Experiment. Seine berufliche Arbeit wurde dadurch jedoch nicht beeinträchtigt. 1893 wurde er am Jefferson College emeritiert.

Maksim Eftimow

Maksim Eftimow (bulgarisch Максим Евтимов; * 28. Mai 1995 in Sofia) ist ein bulgarischer Eishockeyspieler, der seit 2013 bei den Ice Devils Sofia in der zweiten bulgarischen Liga unter Vertrag steht.

Maksim Eftimow begann seine Karriere als Eishockeyspieler in der Nachwuchsabteilung von Akademika Sofia. 2008 ging er zum HK ZSKA Sofia, mit dessen U16-Mannschaft er 2010 den bulgarischen Meistertitel errang. Nach diesem Erfolg wechselte er zum HC Benátky nad Jizerou, für den er zunächst mit der U16- und dann mit der U18-Mannschaft in der zweithöchsten tschechischen Spielklasse der jeweiligen Altersstufe antrat. 2012/13 stand er beim BK Mladá Boleslav in der höchsten tschechischen U18-Liga auf dem Eis. Anschließend kehrte er in seine Geburtsstadt Sofia zurück, wo er seither bei den Ice Devils in der zweiten bulgarischen Liga spielt.
Im Juniorenbereich spielte Eftimow für Bulgarien in der Division III der U-18-Weltmeisterschaften 2011, 2012 und 2013, als er nicht nur als Mannschaftskapitän der Bulgaren fungierte, sondern auch als bester Spieler seiner Mannschaft ausgezeichnet wurde, sowie der U-20-Weltmeisterschaften 2012, 2013 und 2014.
Mit der bulgarischen Herren-Nationalmannschaft nahm Eftimow an den Weltmeisterschaften der Division II 2013 und der Division III 2014 teil.

Joachim Moller der Jüngere

Joachim von Moller der Jüngere (auch: Möller; * 25. September 1521 in Hamburg; † 2. August 1588 in Bardowick) war ein herzoglich braunschweig-lüneburgischer Kanzler im Fürstentum Lüneburg.

Der Sohn Joachim Mollers des Älteren und der Anna Nigel († 1. April 1574) hatte anscheinend die Gelehrtenschule des Johanneums besucht, nahm im Juli 1535 ein Studium an der Universität Wittenberg auf und erwarb dort am 9. Februar 1542 den akademischen Grad eines Magisters an der philosophischen Fakultät. In Wittenberg war er vor allem ein Schüler Philipp Melanchthons gewesen, mit dem er zeitlebens im Briefkontakt stand.
Im Anschluss absolvierte er ein juristisches Studium. Dazu bereiste er Italien, frequentierte 1545 die Universität Bologna, die Universität Padua und wurde, nach zwischenzeitlichem Aufenthalt in Wittenberg, am 22. Dezember 1547 an der Universität Ferrara zum Doktor der Rechte promoviert. 1548 kehrte er nach Deutschland zurück, wo er als Rat des Herzogs Franz Otto von Braunschweig-Lüneburg fungierte. Während dieser Zeit vertrat er den Kanzler und beteiligte sich vor allem 1552 bis 1562 am siegreichen Prozess der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg gegen die Stadt Lüneburg und den Fortbestand der alten Privilegien des herzoglichen Hauses. Für seine Verdienste erhielt er dafür von den Herzögen das gewonnene Klostergut Heiligenthal bei Lüneburg.
1556 arbeitete er die Anweisungen zu den Kirchenvisitationen des Fürstentums Lüneburg aus. Nachdem er sich auch auf verschiedenen diplomatischen Missionen bewährt hatte, übertrug man ihm 1570 das Kanzleramt des Herzogtums. Aufgrund von gesundheitlicher Einschränkungen gab er dieses jedoch 1573 wieder ab. Trotz alledem blieb er weiterhin Rat des Braunschweig-Lüneburgischen Hauses. Daneben hatte er sich auch als Rat des dänischen Königshauses, des Herzogtums Mecklenburg-Güstrow, des Grafen Otto von Schaumburg und anderer Potentaten betätigt. Es hat sich von ihm aus den Wittenberger Jahren eine Declamatio de exemplo emendati latronis etc. erhalten. Verdienste erwarb er sich durch die Herausgabe von Albert Krantzes Metropolis (Basel 1548 und 1568). 1583 ging er zu seinem Sohn Adolf nach Bardowick, wo er seine letzten Lebensjahre verlebte. Sein Leichnam wurde im Dom von Badowick beigesetzt.

Paul Martin (Autor)

Paul Martin (* 13. September 1958 in Kufstein, Tirol; eigentlich Johannes Paul Martin Zimmer) ist ein österreichischer Schriftsteller. Er hat mehrere Kriminalromane veröffentlicht und schreibt Gedichte und Kurzgeschichten. Mit Beginn seiner Karriere als Schriftsteller verwendete er seinen zweiten und dritten Vornamen als Pseudonym.

Johannes Paul Martin Zimmer kam als Sohn des Textilmaschinen-Fabrikanten Rudolf Johannes Paul Zimmer und seiner Ehefrau, der aus dem Elsass stammenden Claudia Elisabeth Zimmer, geborene Heyberger, in Kufstein, Tirol, zur Welt. Nur wenige Monate nach seiner Geburt übersiedelte die Familie nach Klagenfurt, Kärnten, wo der Vater eine Maschinenfabrik aufbaute.
Paul Martins älterer Bruder Roland Zimmer war bereits Anfang der Achtziger Jahre nach USA ausgereist und hatte die dortige Filiale der Firma seines Vaters, Zimmer Machinery Corporation als Geschäftsführer, später als Eigentümer übernommen. Er holte Paul Martin nach, um den dortigen Markt systematisch und flächendeckend auszubauen.
2011 schrieb Paul Martin seinen ersten Kriminalroman zu, der im Oberösterreichischen Krimi-Verlag Federfrei in Marchtrenk 2012 publiziert wurde. „Die Wettmafia“ und im Jahr darauf „Der Orden“ folgten. Danach wechselte Paul Martin zum Emons Verlag in Köln. 2014 erschien die „Kärntner Rache“ und 2015 „Kärntner Killer“.
Seit 2013 engagiert sich Paul Martin im allgemeinen Literaturbetrieb. Gemeinsam mit seinem Schriftsteller-Kollegen Roland Zingerle gründete er die Kärntner Schreibschule, deren administrativer Leiter er ist.
Mit dem Schriftstellerkollegen Gerald Eschenauer gründete er den Verein Buch13, der jeden Monat Lesungen für junge Autoren organisiert.
Er trat in den Vorstand der Klagenfurter Gruppe ein. Dieser Verein unterstützte besonders junge und unbekannte Autoren, wurde jedoch Anfang 2015 aufgelöst aufgrund von Differenzen unter den Vorstandsmitgliedern.
2014 organisierte und veranstaltete er gemeinsam mit Roland Zingerle das erste Kärntner Krimifestival.
Paul Martin ist Mitglied der größten deutschsprachigen Krimivereinigung Das Syndikat, ist im Vorstand der Plattform österreichischer Krimiautoren und Mitglied der IG Autorinnen Autoren und Literar Mechana.

Robert Köckritz

Robert Bruno Köckritz (* 2. Oktober 1879 in Großcotta; † nach 1942) war ein deutscher Bauingenieur und Manager der Baustoffindustrie.
Der Sohn des Sandsteinindustriellen Robert Hermann Köckritz und Marie, geb. Kleeberg, besuchte die Realschule in Pirna und die Annenschule in Dresden. Anschließend studierte er Ingenieurwissenschaften ab der Technischen Hochschule Dresden und wurde Mitglied des Corps Marcomannia Dresden. 1904 legte er das Examen zum Diplom-Ingenieur ab. Anschließend absolvierte er eine vierjährige Ausbildung bei der sächsischen Straßen- und Wasserbauverwaltung, die er 1908 mit der Ernennung zum Regierungsbaumeister abschloss. 1909 wechselte er in die Hartsteinindustrie. 1910 wurde er Prokurist und 1913 Direktor und alleiniger Geschäftsführer der Firma Steinwerk Koschenberg. vormals Alfred Roscher, Reg.-Baumeister, GmbH, die die Herstellung von Straßenbaustoffen, Betonzuschlagstoffen und Betonwaren betrieb.
Köckritz war Vorsitzender des Verbandes Lausitzer Schotterwerke e. V. in Dresden und Vorstandsmitglied der Sektion 10 der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft. Im Ersten Weltkrieg diente er als Kriegsfreiwilliger beim 2. Garde-Fußartillerie-Regiment. 1917 wurde er als Leutnant der Landwehr zur Wiederaufnahme seiner Ziviltätigkeit aus dem Dienst des Heeres entlassen. Als Auszeichnung erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse. Er war verheiratet mit Lydia Roscher, mit der er eine Tochter und einen Sohn hatte.

Pomaré I.

Tunuieaite atua i Tarahoi (* 1743 in Pare; † 3. September 1803 in Arue), genannt Tu oder auch Vairatoa, wurde als Pomaré I. zum ersten König der Pomaré-Dynastie auf Tahiti zwischen 1788 und 1791.

Er war zweiter Sohn des „ari’i rahi“ (König oder Haupt-Chef) Tunuieaite atua i Pare, genannt Teu (1720–1802) und seiner ersten Frau Tetupaia i Raiatea und wurde nach dessen Tod am 23. November 1802 Nachfolger als „ari’i rahi“ der nördlichen Bezirke Arue und Pare auf Tahiti. Er heiratete in zweiter Ehe Tetuanui reia i te rai, (1744 bis 16. Januar 1814), Tochter des Teihotu i Ahurai, der aus der Papara-Familie stammte, und seiner Frau Vavea Tetuanui reiaite Raiatea.
Als der Engländer Samuel Wallis als erster Europäer am 21. Juni 1767 mit der Dolphin in die Matavai-Bucht im Bezirk Haapape, dem nördlichsten Punkt der Insel Tahiti, einlief und mit seinen großen Kanonen zu feuern begann, sah er sich von etlichen Kriegs-Kanus der Eingeborenen umgeben, die an die zweitausend Mann an Bord hatten. Viele Krieger waren noch an der Küste und stiegen in Boote. An diesem Tag begann eine Schlacht, die bis zum 26. Juni andauern sollte und in der Niederlage der Eingeborenen und einer allmählichen Freundschaft gegenüber den eingedrungenen Seefahrern endete.
Zu der Zeit war Vairatoa´s Onkel Tevahitua i Patea, genannt Amo, der mit Purea (Oberea) verheiratet war, „ari’i rahi“ in Papara, dem wohl wichtigsten Familien-Clan der Insel, da er das Recht hatte, den heiligen Gurt mit den gelben Federn, den „Maro-tee“, zu tragen, oder vielmehr sein Sohn Teriirere, da Amo seine Macht nur als Vormund ausübte, da es Brauch war, dass der älteste Sohn des „ari’i rahi“ gleich nach seiner Geburt das Oberhaupt der Familie wurde.
Im Dezember 1768 kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen über die Vorherrschaft der Clans der nördlichen Bezirke. Anschließend wurde beschlossen, dass Amo als Regent ganz zurücktreten musste; die Nachfolge seines Sohnes Teriirere wurde seinen Cousin Tunuieaite atua übertragen, und Amos jüngster Bruder Teihotu wurde Regent.
Am 13. April 1769, etwa zwei Jahre nach dem Besuch von Wallis, lief Captain James Cook mit der Endeavour in die Matavai-Bucht ein. Er hatte den Auftrag der britischen Royal Society, in einem international angelegten Großprojekt den Venustransit vom 3. Juni 1769 zu beobachten, und errichtete dazu eine Sternwarte am heutigen sogenannten „Point Venus“. Die Insel nannte er „Otaheite“ und den „ari’i rahi“ in Arue und Pare Tu-nui-ea-i-te atua kurz „Otoo“.
Am 17. August 1773 kehrte James Cook nach Tahiti zurück. In seiner Begleitung befanden sich auch die beiden naturwissenschaftlich gebildeten Deutschen Johann Reinhold Forster und Georg Forster. Die Berichte der Entdecker bestimmten für lange Zeit das Bild der Europäer von der Südsee.
Als im Jahre 1788 Leutnant William Bligh von der britischen Regierung beauftragt wurde, mit der Bounty Ableger der eigenartigen Brotfrucht aus Tahiti zu besorgen, um ihre Brauchbarkeit in den verschiedenen tropischen Kolonien von Großbritannien zu erforschen, fand er einen durch Machtkämpfe mit den Clans der Nachbarinsel Eimeo (Moorea) und den Bezirken Paea und Hitiaa, stark geschwächten Tu vor.
Drei Wochen nachdem Bligh am 4. April 1788 von der Insel gesegelt war, kam es zur berühmten Meuterei auf der Bounty. Im Anschluss kamen sechzehn der Meuterer am 22. September zurück nach Tahiti, um einen 30-Fuß-Schoner zu bauen. Die Arbeit dauerte vom 12. November 1789 bis zum 5. August 1790. Mit ihrer Hilfe und ihren Waffen, den Musketen, verhalfen sie ihrem Freund und Schutzpatron Tu zu alter Macht und Stärke und sogar weit darüber hinaus, sodass er den „Maro tee“ und den „Maro ura“, den Gurt verziert mit roten Federn, in seinem Marae von Tarahoe in Arue als Symbol seiner Herrschaft tragen konnte.
Als Vairatoa am 3. September 1803 starb, hatten er und sein Sohn Tunuieaite atua die Oberhand über den nördlichen Teil der Insel erlangt.
Pomaré I. wurde eine Briefmarke von Französisch-Polynesien gewidmet.

Gosheim (Huisheim)

48.83194444444410.718888888889457Koordinaten: 48° 49′ 55″ N, 10° 43′ 8″ O
Gosheim (bis 1911 Goßheim) ist ein Pfarrdorf und Ortsteil der Gemeinde Huisheim im Landkreis Donau-Ries im Regierungsbezirk Schwaben (Bayern).

Zur Gemarkung gehören neben Gosheim noch der Weiler Pflegermühle und die Einöden Frühlingsmühle (auch Fröhlichsmühle, Untermühle), Herbermühle, Kriegsstatthof, Mathesmühle (auch Martinsmühle), Mittelmühle, Schwalbmühle (auch Obermühle), Stadelmühle und Stoffelmühle.
Im 5./6. Jahrhundert n. Chr. kam es im Rahmen der alamannischen Landnahme zu den ersten Ortsgründungen in der Gegend. Gosheim wird in einer Urkunde von 793 erstmals erwähnt. Darin übergab Zentgraf (=königlicher Verwalter) Helmoin das Land um Gosheim und den Ort „Kaozesheim“, der damals das politische Zentrum des Sualafeldgaues war, an Bischof Atto von Freising. Diese Lehensbindung hatte bis ins frühe 19. Jahrhundert Bestand und wurde erst in der Säkularisation aufgehoben.
Gosheim mit seinen Ortsteilen (damals inklusive der heute eigenen Gemarkung Lommersheim) war eine selbständige Gemeinde im Landkreis Donauwörth und wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Juli 1972 dem Landkreis Donau-Ries zugeschlagen, der bis zum 1. Mai 1973 die Bezeichnung Landkreis Nördlingen-Donauwörth trug. Am 1. Mai 1978 erfolgte die Eingemeindung in die Gemeinde Huisheim.
793 schenkte Helmoin, Graf des Sualafeldes, vor einer Romwallfahrt Ortschaft und Gebiet Kaozesheim der Domkirche Unserer Lieben Frau in Freising, wo sein Sohn Anno Mönch und später Bischof war. Die Freisinger Lehensträger übten auch das Patronatsrecht über die Liebfrauenkirche in Gosheim aus. Einige Güter zu Gosheim übertrugen die Bischöfe von Freising auch an ihr Neustift. 1278 ist für Gosheim ein Pfarrvikar Sifrid genannt; 1395 ist erstmals eine Pfarrkirche schriftlich fassbar. Durch Verkauf des Hans Werner von Hirnheim gelangte Schloss Gosheim mit allem Zubehör 1520 an die Herzöge von Neuburg a. d. Donau, die diese auf dem Tauschweg 1529 gegen die Propstei Hersbruck dem Kloster Bergen vermachten. Mit Neuburg wurde Gosheim 1542 protestantisch, und mit der Rückkehr Neuburgs zum Katholizismus vermutlich bereits vier Jahre später wieder katholisch. Ab 1552 war Gosheim bis zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges wieder protestantisch. Mit dem Übergang des Klostergutes Bergen im Jahr 1638 an das bis 1773 von Jesuiten geführte Seminar Heilig Kreuz in Neuburg ging das Patronatsrecht auf Gosheim ebenfalls auf das Neuburger Seminar über, bis dieses in der Säkularisation 1807 bayerisch wurde. Das Schloss neben der Kirche war in der Folgezeit Pfarrer- und Lehrerwohnung sowie Schule.
Die heutige katholische Pfarrei Mariä Geburt gehört zum Pfarreienverbund Wemding im Dekanat Weißenburg-Wemding im Bistum Eichstätt. Die Kirche, ein Erweiterungsbau der Vorgängerkirche durch Versetzung der beiden Seitenwände ab 1730, wurde am 27. April 1734 geweiht. Die Ausstattung – drei Altäre und die Kanzel – ist seitdem barock. Der Unterbau des heutigen Kirchturms ist der Rest des ehemaligen Bergfrieds der um 1250 errichteten Burg Gosheim. Die zwiebelförmige Kuppel des Kirchturmes wurde 1838 durch die heutige Spitzform ersetzt. Von den drei Glocken stammt eine aus der Zeit um 1400. Der Innenraum der Kirche erhielt bei einer Renovierung von 1895 ein völlig neues Gesicht. 1897/99 kamen farbige Glasfenster hinzu. Die Sandtner-Orgel aus Dillingen mit ihren 13 Registern wurde 1898 aufgestellt. Bei einer neuerlichen Renovierung im Jahr 1932 wurden die Veränderungen von 1895 rückgängig gemacht und die farbigen Glasfenster wieder entfernt. Der zweigeschossige Karner aus dem 18. Jahrhundert weist im Obergeschoss eine Ölberggruppe auf. 1890/92 wurde ein Kalvarienberg mit 14 Kreuzwegstationen und mit Herz-Jesu-Kapelle angelegt. Seit 1977 wird die Pfarrei vom Pfarrer von Huisheim mitversorgt. Die Protestanten von Gosheim gehören zur Pfarrei Christuskirche in Wemding.
Gosheim mit Frühlingsmühle, Herbermühle, Kriegsstatthof, Mathesmühle, Mittelmühle, Pflegermühle, Schwalbmühle, Stadelmühle und Stoffelmühle | Huisheim mit Angermühle, Haunzenmühle, Markhof und Ziegelhof | Lommersheim

Eigentümergrundschuld

Die Eigentümergrundschuld ist im Grundstückswesen eine Grundschuld, die dem Eigentümer des belasteten Grundstücks zusteht; so dass eine Identität zwischen Grundschuldgläubiger und Eigentümer des belasteten Grundstücks besteht. Von der Gesetzessystematik ist sie in § 1196 BGB, also im Rahmen des Grundschuldrechts, erwähnt. Dadurch wird deutlich, dass es sich um ein von einem Grundgeschäft – insbesondere Forderung – losgelöstes (abstraktes; besser: nicht-akzessorisches) Grundpfandrecht handelt.

Die Eigentümergrundschuld hat rangsichernde Wirkung, weil der Eigentümer mit ihrer Eintragung im Grundbuch den dort freien Rang in Abteilung III blockiert und damit später einzutragende Fremdgrundschulden auf nachrangige Rangpositionen verweist. Die aus mehreren Grundpfandrechten entstehende Rangfolge hat Bedeutung in einer etwaigen späteren Zwangsversteigerung des Grundstücks. Diese rangsichernde Funktion erfüllen Eigentümergrundschulden insbesondere in der Industrie, wenn diese auf ihren Grundstücken Gleichrangrahmen in Form untereinander gleichrangiger Eigentümergrundschulden „auf Vorrat“ eintragen lässt und spätere Kreditaufnahmen durch Abtretungen einzelner Eigentümergrundschulden an Kreditinstitute oder Versicherungen als Kreditsicherheit zur Verfügung stellt. Dann ist es gleichgültig, dass die Kreditgewährungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen, weil sie grundschuldrechtlich den gleichen Rang erhalten.
Eine Eigentümergrundschuld kann entweder durch Bestellung oder kraft Gesetz entstehen.
Die Eigentümergrundschuld entsteht originär durch einseitige Erklärung des Grundstücks-Eigentümers gegenüber dem Grundbuchamt und Eintragung (§ 1196 Abs. 2 BGB). Materiell-rechtlich ist sie daher formfrei, formell-rechtlich gilt eine Beglaubigungspflicht nach § 29 GBO. Der Inhalt der originären EG weicht deutlich vom Inhalt einer originären Fremdgrundschuld ab:
Derivativ entsteht die Eigentümergrundschuld
Durch schuldrechtliche Vereinbarungen in der Grundschuldbestellungsurkunde (Tilgungsklausel, Generalsicherungsklausel oder abstraktes Schuldanerkenntnis) sind entstehende Eigentümergrundschulden zugunsten von Kreditinstituten lediglich auflösend bedingt gestaltet. Endgültige Eigentümergrundschulden entstehen nur bei der Rückabtretung an den Grundstückseigentümer oder Verzicht einer Bank auf eine Fremdgrundschuld. Häufigste Entstehungsursache der Eigentümergrundschuld ist die endgültige Tilgung von Krediten, die mit einer Fremdgrundschuld oder Hypothek besichert sind. Dann ist der Sicherungszweck der Fremdgrundschuld dauerhaft entfallen, wodurch dem Grundstückseigentümer gegenüber dem Kreditgeber ein Rückgewähranspruch auf Rückübertragung der Grundschuld zusteht. Die endgültige Tilgung der Forderung begründet auch ohne ausdrückliche Regelung einen Rückgewähranspruch aus dem Sicherungsvertrag. Der Anspruch entsteht bereits mit der Grundschuldbestellung aufschiebend bedingt durch Tilgung der gesicherten Forderung, allerdings nur für den entsprechend rangletzten Teil der Grundschuld. Dieser Rückgewähranspruch beinhaltet ein Wahlrecht, wonach der Kreditgeber
Anders als bei der originären Eigentümergrundschuld, die durch Eintragung ersichtlich ist, handelt es sich bei den Formen der derivativen Eigentümergrundschuld um so genannte „verdeckte Eigentümergrundschulden“, weil in der Regel die Eintragung der Fremdgrundschuld im Grundbuch bis zur Löschung erhalten bleibt.
Bei einer Veräußerung eines mit Eigentümergrundschuld belasteten Grundstücks steht die originäre Eigentümergrundschuld dem bisherigen Eigentümer weiterhin als Fremdgrundschuld gegen den Erwerber zu; dann fällt auch die Beschränkung der Zwangsvollstreckung nach § 1197 Abs. 1 BGB fort. Steht eine originäre Eigentümergrundschuld bei einer Zwangsversteigerung im geringsten Gebot, so fällt ein etwaiger Versteigerungserlös dem Eigentümer zu (in der Insolvenz: der Insolvenzmasse). Deshalb müssen nachrangige Gläubiger vorrangige Eigentümergrundschulden pfänden lassen oder sich ihre Ansprüche rechtzeitig anderweitig (etwa durch Abtretung) sichern.
Geht einer Fremdgrundschuld eine Eigentümergrundschuld im Range vor, muss der Gläubiger der Fremdgrundschuld ein Hineinwachsen in die rangbessere Position anstreben. Dadurch wird verhindert, dass andere Gläubiger die vorrangige Eigentümergrundschuld pfänden und dadurch ein Aufrücken des Gläubigers in eine ranghöhere Position vereiteln. Zudem wird verhindert, dass bei einer Grundstücksversteigerung die Versteigerungserlöse in Höhe der Eigentümergrundschuld an den Grundstückseigentümer ausgekehrt werden.
Nach § 857 Abs. 1 ZPO kann bei Zwangsvollstreckungen gegen den Grundstückseigentümer eine Eigentümergrundschuld zu seinen Gunsten gepfändet werden. Mit einer Pfändung erwirbt dann der Pfändungsgläubiger nach § 1287 BGB ein Pfandrecht an der Eigentümergrundschuld. Die Pfändung greift jedoch nur, wenn die Eigentümergrundschuld zuvor vom Grundstückseigentümer noch nicht abgetreten worden ist. Daher ist die Abtretung einer Eigentümergrundschuld zu Gunsten nachrangiger Grundpfandgläubiger auch ein wichtiges taktisches Mittel zur Verhinderung von Pfändungen Dritter in vor- oder gleichrangige Eigentümergrundschulden.
Der Gleichrangrahmen ist die Kombination von mehreren originären, inhaltsgleichen Eigentümergrundschulden mit absolut gleichrangiger Eintragung. Dabei wird die gesetzliche Rangfolge des § 879 Abs. 1 Satz 1 BGB (Lokusprinzip) durch einen Gleichrangvermerk bei allen Eigentümergrundschulden nach § 45 Abs. 1 GBO außer Kraft gesetzt. Insoweit besitzt § 45 Abs. 1 GBO nicht nur formelle, sondern sogar materielle Rechtskraft. Bei Eigentümergrundschulden ist eine dingliche Einigung über den Gleichrang nicht erforderlich, so dass eine einseitige Erklärung des Grundstückseigentümers bei der Bestellung ausreichend ist. Üblich sind Eigentümer-Briefgrundschulden, bei denen die Besicherung durch eine außergrundbuchliche Abtretung an den Kreditgeber erfolgt. Da diese Abtretung nicht im Grundbuch eingetragen wird, besitzen die Gläubiger meist keinen Überblick über die Ausnutzung (Valutierung) des Gleichrangrahmens.
Derartige Gleichrangrahmen sind typisch für Industrieunternehmen, die hiermit nachstehende Motive verfolgen:
Sofern auf das Grundschuld-Kapital gezahlt wird (warum auch immer), hat dies auf die persönliche Forderung des Grundschuldgläubigers folgende Auswirkungen: