Peter Gemeinhardt

Peter Gemeinhardt (* 3. Januar 1970 in Hamburg) ist ein deutscher evangelischer Theologe. Er ist seit 2007 Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen und ab 2015 Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereichs „Bildung und Religion in den Kulturen des Mittelmeerraums und seiner Umwelt von der Antike bis zum Mittelalter und zum Klassischen Islam“.

Gemeinhardt studierte von 1990 bis 1996 evangelische Theologie in Marburg und Göttingen und war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2001 promovierte er bei Wolfgang Bienert in Marburg im Fach Kirchengeschichte. 2003 wurde Gemeinhardt zum Pfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ordiniert. Von 2003 bis 2006 war er Martin-Bucer-Stipendiat der EKKW und habilitierte sich 2006 bei Martin Wallraff für das Fach Kirchengeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, an der er von 2006 bis 2007 die Professur für Kirchengeschichte (Patristik) vertrat. 2006 erhielt er einen Ruf auf die Professur für Kirchen- und Dogmengeschichte (Schwerpunkt: Alte Kirche) an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, 2007 einen Ruf auf die Professur für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen. Von 2013 bis 2014 war er Studiendekan der Theologischen Fakultät.
Zum 1. Juli wurde der von ihm initiierte Sonderforschungsbereich „Bildung und Religion in den Kulturen des Mittelmeerraums und seiner Umwelt von der Antike bis zum Mittelalter und zum Klassischen Islam“ (SFGB 1136) von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) genehmigt, der für zunächst drei Jahre mit insgesamt 6,7 Millionen Euro gefördert wird.
Gemeinhardt war von 2010 bis 2014 Sprecher des Courant-Forschungszentrums EDRIS (Education and Religion From Early Imperial Roman Times to the Classical Period of Islam) an der Universität Göttingen und von 2007 bis 2012 Mitglied des Trägerkreises des DFG-Graduiertenkollegs „Götterbilder – Gottesbilder – Weltbilder“. Seit 2007 ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Konfessionskundlichen Instituts des Evangelischen Bundes in Bensheim/Bergstraße.
Peter Gemeinhardt ist mit der Lehrerin Bettina Gemeinhardt, geb. Süß, verheiratet. Sie haben drei Kinder.

Anders Lund Hoyer

Stand: 12. August 2011
Anders Lund Hoyer (* 4. September 1983 in Odense) ist ein dänischer Volleyball- und Beachvolleyballspieler.
Hoyer begann seine Karriere als Hallen-Volleyballer 1998 bei DHG Odense. 2003 wurde er mit dem Verein dänischer Meister. Im gleichen Jahr spielte er als Beachvolleyballer mit Jakob Møller Sørensen bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Saint-Quay-Portrieux. Ein Jahr später entschied er sich endgültig für das Spiel im Sand.
Seit 2006 bildet Hoyer ein Duo mit Bo Søderberg. Bei der Europameisterschaft 2008 in Hamburg unterlagen die Dänen in der zweiten Hauptrunde den Deutschen Matysik/Uhmann und mussten sich schließlich auf der Verlierer-Seite den Schweizern Heuscher/Heyer geschlagen geben. Anschließend kamen sie bei zwei Open-Turnieren in die Top Ten. Bei der Weltmeisterschaft 2009 kamen sie als Gruppenzweite in die erste Hauptrunde und verloren dort gegen die Esten Kais/Vesik. Außerdem wurden sie 2008 und 2009 dänischer Meister. Das nächste WM-Turnier 2011 in Rom endete für Søderberg/Hoyer erst im Viertelfinale gegen die Letten Pļaviņš/Šmēdiņš.

Stock Exchange of Thailand

Die Stock Exchange of Thailand (SET) ist die Börse Thailands mit Sitz in Bangkok. Leitindex der Börse ist der SET Index.

Die Wurzeln des modernen Kapitalmarktes in Thailand liegen in den frühen 1960er Jahren. Seit 1961 gibt es den sogenannten „National Economic and Social Development Plan“, der immer für jeweils fünf Jahre gilt. Mit dem ersten 5-Jahres Plan wurde beschlossen, das Wirtschaftswachstum aber auch den Lebensstandard im Königreich zu stärken. Im zweiten 5-Jahres Plan (1967-71) sah man erstmals die Notwendigkeit für einen geregelten Wertpapiermarkt, um an zusätzliches Kapital für die nationale Wirtschaftsentwicklung zu gelangen. Die Geschichte der thailändischen Börse kann man in zwei wesentliche Abschnitte gliedern: die Gründung der privat organisierten „Bangkok Stock Exchange (BSE)“ und der erst später ins Leben gerufenen „Securities Exchange of Thailand (SET)“.
Der Beginn des thailändischen Wertpapiermarktes geht zurück ins Jahr 1962, als eine private Gruppe die erste Börse in From einer limited partnership organisierte. 1963 wurde es eine limited company, und man änderte den Namen in „Bangkok Stock Exchange Co., Ltd.“. Leider war diese Börse weniger erfolgreich. Der jährliche Umsatz lag 1968 bei 160 Millionen Baht und bei 114 Millionen Baht im Jahr 1969. Der Umsatz fiel drastisch weiter auf 46 Millionen im Jahr 1970 und schließlich auf 28 Millionen Baht im Jahr 1971. Der Umsatz bei den Schuldscheinen lag 1972 zwar bei 87 Millionen Baht, die Börse entwickelte sich aber weiter sehr schlecht mit einem Tiefstumsatz von nur 26 Millionen Baht. Die BSE beendete schließlich ihre Tätigkeiten in den frühen 1970er Jahren. Das Scheitern der BSE ist allgemein anerkannt. Grund dafür waren die zu geringe Unterstützung seitens der Regierung und ein zu geringes Wertpapier-Knowhow der Anleger.
Trotz des Scheiterns des BSE hielt man an der Notwendigkeit eines geregelten Wertpapiermarktes fest, wie es der zweite National Economic and Social Development Plan vorsah. 1969 bat die Regierung, nach Empfehlung der Weltbank, um die Unterstützung von Professor Sidney M. Robbins von der Columbia University, um ein Programm zur Entwicklung des thailändischen Kapitalmarktes zu erstellen. Professor Robbins war zuvor Chef-Wirtschafter bei der United States Securities and Exchange Commission. Im selben Jahr rief die Bank von Thailand eine Arbeitsgruppe zur Untersuchung der Kapitalmarktentwicklung ins Leben, welche auch mit der Gründung einer Börse betraut wurde. Ein Jahr später, 1970, legte Robbins seinen umfassenden Bericht „A Capital Market in Thailand“ vor. Dieser Bericht wurde zum Masterplan für alle zukünftigen Entwicklungen des thailändischen Kapitalmarktes.
1972 ging die Regierung einen weiteren wichtigen Schritt mit der Änderung des „Announcement of the Executive Council No. 58 on the Control of Commercial Undertakings Affecting Public Safety and Welfare“. Diese Änderungen erlaubten der Regierung mehr Kontrolle der Finanz- und Wertpapierfirmen, die bis dahin nahezu frei operieren konnten. Dadurch konnte im Mai 1974 das lang erwartete Gesetz zur Gründung der „Securities Exchange of Thailand“ erlassen werden. Ende des Jahres erfolgte noch eine Überarbeitung der Finanzgesetze, welche das Investieren in den Kapitalmarkt vereinfachten. 1975 hatte man eine grundlegende gesetzliche Struktur und am 30. April 1975 begann die „Securities Exchange of Thailand“ offiziell mit dem Handel.
Am 1. Januar 1991 änderte man den Namen formal in „The Stock Exchange of Thailand (SET)“.
Der „Securities and Exchange Act (SEA)“ von 1992 verlangte die Gründung der „Securities and Exchange Commission (SEC)“ als Kontroll- und Regulierungsorgan des Wertpapierhandels und des gesamten Kapitalmarktes. Im Unterschied dazu ist die Bank von Thailand verantwortlich für den Geldmarkt. Die SEA sieht auch eine klare Trennung des Primary und Secondary Markets vor, um eine erfolgreiche Entwicklung zu ermöglichen. Sowohl Primary als auch Secondary Market werden von der SEC reguliert.
Ein Unternehmen, das neue Wertpapiere an den Kapitalmarkt bringen will muss sich dafür an die SEC wenden. Bei dem Börsengang (Initial Public Offering (IPO)) kann es sich um neue Aktien (Primäraktien) oder um unabhängig von diesem Anlass bestehende Aktien (Altaktien bzw. Sekundäraktien) handeln. Bei Primäraktien geht der Nettoerlös an den Emittenten, bei Sekundäraktien an die verkaufenden Aktionäre. Nicht selten wird auch eine Mischung dieser Kategorien angeboten. Die SEC verschafft sich einen sorgfältigen Überblick über die finanzielle und geschäftliche Situation des Unternehmens. Erst dann ist eine Ausgabe der Wertpapiere an die Öffentlichkeit möglich.
Dem IPO folgend können die Wertpapiere im Secondary Market gehandelt werden, sofern das Unternehmen vorher dafür bei der SET angefragt hat und dies bewilligt wurde.
Der Markt für Aktien ist aufgeteilt in „Primary Market“ und „Secondary Market“ sowie den „Market for Alternative Investments“ (MAI). An Indizes gibt es den SET Index, SET50 und SET100.

Horns (Film)

Horns ist ein Horror-Drama aus dem Jahr 2013, welche auch Elemente eines Thrillers und einer Komödie hat. Die Literaturverfilmung basiert auf dem Roman Teufelszeug (Originaltitel Horns) von Joe Hill. Die Hauptrolle übernahm Daniel Radcliffe. Produzent und Regisseur des Films ist Alexandre Aja.
Die Weltpremiere feierte der Film beim Toronto International Film Festival 2014. Er lief am 31. Oktober 2014 in den Vereinigten Staaten, Kanada und dem Vereinigten Königreich an. Am 6. August 2015 lief der Film auch in den deutschen Kinos an.

Dem 26-jährigen Ignatius „Ig“ Perrish wird vorgeworfen seine Freundin Marrin vergewaltigt und ermordet zu haben, nachdem man sie tot im Wald aufgefunden hat. Igs Aussage, dass er unschuldig sei glauben nur wenige. Permanent wird er von Kamerateams verfolgt und selbst seine Eltern zweifeln an Igs Unschuld, lediglich sein Bruder und sein bester Freund Lee wollen ihm helfen. Eines Morgens erwacht er mit Hörnern auf der Stirn aus dem Schlaf, woraufhin ihm die Menschen in seinem Umfeld all ihre tiefsten Geheimnisse, ihren Hass und ihre Sünden offenbaren. Mit dieser Gabe versucht er den wahren Mörder seiner Freundin zu finden, was sich als schwerer als gedacht herausstellt, da fast jeder etwas damit zu tun haben könnte.
Ig verfolgt in Flashbacks den letzten Moment, als er Marrin zuletzt lebend gesehen hat. Er hatte damals vor ihr einen Heiratsantrag zu stellen, was Marrin sich schon denken konnte. Sie musste sich selbst eingestehen, dass sie ihn nicht stark genug dafür liebt und beendete bei einem Treffen in einem Diner die Beziehung. Ig wird wütend und traurig. Er wirft ihr vor eine Affäre zu haben und verlässt das Diner.
Marrin wird beim Verlassen des Diners wenig später von Igs Bruder Terry aufgefunden, welcher sie tröstet und mit dem Auto nach Hause fährt. Ig hat nun Terry in Verdacht Marrins Mörder zu sein, da dieser ihm sein Geheimnis offenbart in Marrin verliebt gewesen zu sein, allerdings findet er heraus, dass Marrin letzten Endes von seinem besten Freund Lee vergewaltigt wurde, da dieser ebenfalls Gefühle für sie hatte und er immer mehr als Freundschaft wollte.
Ig verwandelt sich vor Lees Augen in einen Engel, „fällt“ vor ihm, d. h., er wird zu einem Teufel und bringt ihn zum Schluss um.
Over the Rainbow | Furia | Break of Dawn | High Tension | The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen | Mirrors | Piranha 3D | Horns

DKW F5

DKW F5 Cabriolimousine (1936)
Der DKW F5 war ein Kleinwagen mit Frontantrieb der Marke DKW, den die Auto Union im Februar 1935 als Nachfolger der Modelle F2 und F4 auf den Markt brachte. Die Änderungen im Aussehen waren gegenüber den Vorgängern minimal, jedoch hatte der F5 nun anstatt des Hilfsrahmens aus zwei stählernen U-Profil-Längsträgern als Fahrgestell einen Zentralkastenrahmen ganz aus Stahl. Die Einzelradaufhängung an Querblattfedern war hinten durch Hochlegen der Querblattfeder als „Schwebeachse“ ausgeführt. Wie alle DKW „Frontwagen“ (geschützter Name) wurde der DKW F5 im Audiwerk in Zwickau gebaut.
Der bereits im F2 Meisterklasse 701 verwendete und vorn quer eingebaute Zweizylinder-Zweitaktmotor (Parallel-Twin) ist mit Schnürle-Umkehrspülung und zwei Überströmkanälen versehen. Die Motoren leisteten bei der Reichsklasse mit 0,6 Litern Hubraum 18 PS und bei der Meisterklasse mit 0,7 Litern Hubraum 20 PS. Über ein Dreigang-Getriebe mit Krückstockschalthebel treibt er die Vorderräder an. Auf die neuen Kastenrahmen waren wie bei den Vorgängern kunstlederbespannte Sperrholzkarosserien aufgesetzt, die im DKW-Werk Berlin-Spandau gefertigt wurden. Reichs- und Meisterklasse waren als zweitürige Limousinen oder Cabrio-Limousinen verfügbar.
1936 wurden von beiden Typen Vollcabriolets angeboten. Von der 600-cm³-Reichsklasse gab es einen Zweisitzer mit kürzerem Radstand, den DKW Front Zweisitzer F5K 600, und von der 700-cm³-Meisterklasse einen Zwei- und einen Viersitzer mit der Bezeichnung DKW Front Luxus Cabriolet F5 700. Dazu gab es noch einen zweisitzigen Roadster mit kürzerem Radstand als DKW Front Luxus Sport F5K 700. Bei den Front-Luxus-Sportwagen war die DKW-typische Sperrholzrahmen-Karosserie mit Blechtafeln anstatt Kunstleder verkleidet. Wegen der großen Nachfrage wurden die Karosserien der Front-Luxus-Modelle auch in Meerane von Hornig hergestellt.
Bereits 1936 endete die Produktion der Limousinen, 1937 die der Sportwagen. Insgesamt entstanden 74.995 Wagen (davon 16.154 Meisterklasse Cabrio-Limousine) und 3.085 Front-Luxus-Cabriolet, bevor der Nachfolger DKW F7 erschien.
DKW F5 Li 700 Werkstattwagen (1935) im Fahrzeugmuseum Chemnitz
DKW F5 Meisterklasse- Cockpit (1936)
DKW F5 Roadster (1938)
Modelle vor 1945: Typ P | 4=8 (V 800 / V 1000 / Sonderklasse / Schwebeklasse) F1 | F2 | F4 | F5 | F7 | F8 | F9 (Prototyp)
Modelle nach 1945: Meisterklasse (F89) | Sonderklasse (F91) | 3=6 (F93/94) | Monza Junior | F11 / F12 | F102
Gelände- und Nutzfahrzeuge: (F91/4) Munga | DKW-Schnellaster | DKW F 1000 L
Markenname Auto Union: 1000 / 1000 Sp
Abgeleitete Modelle: IFA F8 | IFA F9 | Audi F103

Sandomil

Sandomil ist eine Ortschaft und Gemeinde in Portugal.

Die Anwesenheit der Römer wird durch eine erhalten gebliebene Brücke und einen Brunnen belegt. Der heutige Ort entstand vermutlich im Zuge der Neubesiedlungen nach der mittelalterlichen Reconquista. Das genaue Datum der ersten Stadtrechte aus dem 10. Jahrhundert durch Urraca Fernandes, Königin von León, ist nicht erhalten. König D. Manuel I. gab Sandomil 1514 neue Stadtrechte. Der Ort blieb Sitz eines eigenständigen Kreises bis 1852, nach anderen Quellen 1855.
Der Rio Alva durchfließt die Gemeinde. Einige Flussstrände laden zum Baden ein, auch verschiedene Wassermühlen und Aussichtspunkte sind zu nennen.
Zu den Baudenkmälern gehören eine Reihe Kapellen, die Gemeindekirche Igreja de São Pedro aus dem 18. Jahrhundert, die Brunnenanlage Fonte da Praça, die römische Brücke, und der römische Brunnen.
Sandomil ist eine Gemeinde (Freguesia) im Kreis (Concelho) von Seia, im Distrikt Guarda. In ihr leben 916 Einwohner (Stand 30. Juni 2011) auf einer Fläche von 13,2 km².
Folgende Ortschaften liegen in der Gemeinde:
Alvoco da Serra | Carragozela e Várzea de Meruge | Girabolhos | Loriga | Paranhos | Pinhanços | Sabugueiro | Sameice e Santa Eulália | Sandomil | Santa Comba | Santa Marinha e São Martinho | Santiago | Sazes da Beira | Seia, São Romão e Lapa dos Dinheiros | Teixeira | Torrozelo e Folhadosa | Tourais e Lajes | Travancinha | Valezim | Vide e Cabeça | Vila Cova à Coelheira

Coombs-Wahl

Die Coombs-Wahl ist ein Wahlverfahren, mit dem ein einzelner Sieger bestimmt wird. Genau wie beim Instant-Runoff-Voting erstellt jeder Wähler entsprechend seinen Präferenzen eine Rangfolge der Kandidaten.
Die Coombs-Wahl folgt ebenso wie das Instant-Runoff-Voting dem Prinzip, dass so lange Kandidaten eliminiert und ihre Stimmen entsprechend den Rangfolgen auf den Stimmzetteln auf die verbleibenden Kandidaten umverteilt werden, bis ein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht. Im Unterschied zum Instant-Runoff-Voting scheidet bei der Coombs-Wahl von den verbliebenen Kandidaten allerdings nicht jener mit den wenigsten Erstpräferenzen aus, sondern jener, der am häufigsten auf den letzten Rang gewählt wurde.

Hat kein Kandidat die absolute Mehrheit unter den Erstpräferenzen erreicht, so wird der Kandidat, der am häufigsten auf den letzten Rang gewählt oder nicht mit einem Rang gekennzeichnet wurde, aus dem Rennen genommen. Die auf ihn entfallenen Stimmen werden an die Zweitpräferenzen verteilt. Analog wird der letzte Rang eines jeden Stimmzettels an die vorletzte Präferenz weitergereicht.
Hat hiernach weiterhin kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht, wird wiederum der verbliebene Kandidat mit den meisten Letztstimmen aus dem Rennen genommen und die auf ihn entfallenen Stimmen an die Zweitpräferenzen verteilt; ist die Zweitpräferenz bereits ausgeschieden, wird die Drittpräferenz herangezogen usw. Dieses Vorgehen wird solange fortgesetzt, bis ein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hat.
Betrachte eine Wahl mit vier Kandidaten A, B, C und D und den folgenden Präferenzen der Wähler:
Die Erststimmen und Letztstimmen der Kandidaten wären:
Da kein Kandidat eine absolute Mehrheit hat, wird der Kandidat mit den meisten Letztstimmen, nämlich Kandidat A, eliminiert und seine Stimmen umverteilt:
Noch immer verfügt kein Kandidat über eine absolute Mehrheit, daher wird wiederum der Kandidat mit den meisten Letztplatzierungen gestrichen, in diesem Fall handelt es sich um Kandidat B.
Schließlich verfügt Kandidat C über eine absolute Mehrheit und geht somit als Sieger der Wahl mit Coombs-Methode hervor.
Wie auch das Instant-Runoff-Voting erfüllt die Coombs-Wahl das Condorcet-Kriterium nicht. Das kann man leicht nachvollziehen, wenn man nochmal obiges Beispiel betrachtet:
Der Condorcet-Sieger wäre A, weil dieser Kandidat von 58 % gegenüber dem Kandidaten B, von 60 % gegenüber Kandidat C und von 51 % der Stimmen gegenüber Kandidat D präferiert wird. Da Kandidat A mit 49 % Erstpräferenzen aber keine absolute Mehrheit erreicht und am häufigsten auf dem letzten Platz steht, wird Kandidat A unter Verwendung der Coombs-Wahl als erster eliminiert, obwohl er Condorcet-Sieger wäre.

Alphabetisierung von Migranten in der Bundesrepublik Deutschland

Die Alphabetisierung von Migranten richtet sich an schriftunkundige Menschen mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik Deutschland.
Im Jahr 2011 gibt es nach einer Studie der Universität Hamburg in der Bundesrepublik Deutschland 7,5 Millionen Analphabeten. Sie haben Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben oder verfügen über keinerlei Kenntnisse der Lese- und Schreibkompetenzen. Mit unterschiedlichen Strategien und der Unterstützung von Freunden und Familie behelfen sie sich, den schriftsprachlichen Ansprüchen unserer Gesellschaft im Alltag gerecht zu werden. Betroffen sind auch Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Hintergründen. Die zugewanderte Bevölkerung erwirbt Deutsch als Zweitsprache und steht zusätzlich vor der Herausforderung, das Schreiben und Lesen in der deutschen Sprache zu erlernen.

Die Alphabetisierungskurse stellen einen Teil der Integrationskurse in Deutschland dar. In den Jahren von 2005 bis 2010, inklusive des ersten Halbjahres von 2011 haben laut Statistiken des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) in der BRD insgesamt 28.968 Absolventen an Alphabetisierungskursen teilgenommen. Diese Zahl entspricht 6,5 % der gesamten Absolventenanzahl von Integrationskursen bundesweit. Im ersten Halbjahr 2011 starteten in der BRD insgesamt 831 Alphabetisierungskurse. Das entspricht einer Quote von 19 % der Integrationskurse.
Der Begriff Analphabetismus bezeichnet allgemein das Phänomen, dass Menschen über keine oder wenig Lese- und Schreibkompetenzen verfügen. Die Definition kann problematisch werden, wenn es sich um das Erlernen einer Fremdsprache oder Zweitsprache handelt. Unter bestimmten Bedingungen ist es schwierig, Alphabetisierung zu definieren. Generell wird zwischen dem primären, sekundären und dem funktionalen Analphabetismus unterschieden. Ein weiteres Phänomen wird mit dem Begriff Umalphabetisierung bezeichnet.
Im Folgenden wird Analphabetismus in Bezug auf Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland betrachtet. Die Ursachen des Analphabetismus variieren je nach Herkunftsland und Form des Analphabetismus. Weltweit können viele Menschen, die keine Bildungschancen haben, nicht Lesen und Schreiben.
Mit primärem Analphabetismus werden Menschen angesprochen, die nie schreiben oder lesen gelernt haben oder nur wenige Jahre zur Schule gegangen sind, und daher keine Kompetenzen im Lesen und Schreiben erlangen konnten. Ursachen des primären Analphabetismus sind vielfältig. Besonders betroffen sind Frauen, die aufgrund ihrer Rollenzuweisung in ihrer Familie und Herkunftskultur keine schulische Bildung erfahren konnten. Vielen Familien fehlt die finanzielle Grundlage ihre Kinder auf eine Schule zu schicken. Auch eine große Entfernung zwischen dem Wohnort und der Schule, kulturelle Lebensumstände, politische Unruhen oder Kriege können Ursachen für Analphabetismus sein.
Der funktionale Analphabetismus bezieht sich auf Menschen, die über Lese- und Schreibkompetenzen verfügen, ohne die gesellschaftlichen Bedingungen erfüllen zu können. Im Kontext von Migration bedeutet dies, dass im neuen kulturellen Umfeld die bisherigen schriftsprachlichen Kenntnisse aus dem Herkunftsland nicht ausreichen. Schriftsprachliche Kompetenzen werden kulturspezifisch definiert. In Deutschland entstehen zum Teil andere Ansprüche an die Migranten und Migrantinnen als in ihren Herkunftsländern. Der Umgang mit Computern oder anderen Technologien wird beispielsweise in einer westlichen Gesellschaft vorausgesetzt.
Unter dem Begriff sekundärer Analphabetismus werden die Menschen angesprochen, die Schreiben und Lesen gelernt, es aber wieder verlernt haben. Bedingt durch das Erlernen der Zweitsprache kann der Bezug zum Lesen und Schreiben in der Herkunftssprache abnehmen oder verloren gehen. Der sekundäre Analphabetismus ist ein Sonderfall des funktionalen Analphabetismus.
Menschen, die in einer nicht lateinischen Schrift alphabetisiert sind, werden nicht als Analphabeten bezeichnet. Es handelt sich hierbei um funktional alphabetisierte Menschen, die geringe oder keine Kenntnisse im lateinischen Schriftsystem aufweisen. Diese Gruppe gibt es im Zusammenhang mit Migration. Unter diesen Aspekten spricht man von Umalphabetisierung. In neueren Veröffentlichungen wird der Begriff Umalphabetisierung durch den Begriff Zweitschriftlernen ersetzt.
Der Integrationskurs mit Alphabetisierung richtet sich an schriftunkundige Migranten und Migrantinnen in Deutschland. Aufgabe des Kurses ist es, den Teilnehmenden im Umfang von maximal 1245 Unterrichtseinheiten (UE) die Kompetenzen im Schreiben und Lesen zu vermitteln, so dass sie selbstständig mit den schriftsprachlichen Anforderungen im (Berufs-) Alltag zurechtkommen. Deutschkenntnisse, Rechtsordnung, Kultur und Geschichte Deutschlands sind weitere Ziele des Alphabetisierungskurses. „Erst die Beherrschung der Schriftsprache und das Vorhandensein grundlegender Sprachkenntnisse in Kombination mit elementaren Fertigkeiten der Grundbildung erlauben ein aktives Zusammenleben in der deutschen Gesellschaft.“
Die Teilnehmenden an einem Integrationskurs mit Alphabetisierung unterscheiden sich hinsichtlich ihrer schriftsprachlichen, sprachlichen Kenntnisse und ihrer Lebenssituation.
Ein Zusammenhang zwischen der Lernbiographie und den schriftsprachlichen Kenntnissen ist erkennbar. Eine Person, die die Schule besuchte, unterscheidet sich von einer Person ohne jegliche Schulerfahrung.
Die sprachlichen Kenntnisse der Teilnehmenden variieren. Grammatikkenntnisse sind meistens kaum vorhanden. Es ist nicht davon auszugehen, dass Menschen, die sich schon länger in Deutschland aufhalten, bessere Deutschkenntnisse vorweisen als Neuzugewanderte. Faktoren wie Motivation, soziale Kontakte, berufliche Beschäftigung und Zielsetzung des Einzelnen spielen eine Rolle.
Die Gruppe kann heterogen hinsichtlich der Herkunftsländer der Teilnehmenden sein, d.h. die Menschen haben unterschiedliche Erstsprachen und stammen aus verschiedenen Kulturen, sodass Sprache und Schriftsprache verschieden sind.
Weitere Unterschiede sind das Alter und das Geschlecht der Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Viele der Teilnehmenden an einem Alphabetisierungskurs sind Frauen. Im ersten Halbjahr des Jahres 2011 haben nach Statistiken des BAMF 4267 Frauen (64,3 %) und 2368 Männer (35,7 %) mit einem Alphabetisierungskurs begonnen. Die Doppelbelastung durch Haushalt und Beruf stellt für viele Frauen, sich das Lesen und Schreiben anzueignen, eine besondere Herausforderung dar.
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bringen unterschiedliche Vorkenntnisse und Kompetenzen im Lernen mit. Sie haben voneinander abweichende Lernerfahrungen und sie verfügen über ein uneinheitlich entwickeltes Sprachenbewusstsein. Die Fähigkeit zur Gruppenarbeit ist nicht voraussetzbar.
Die Heterogenität in einem Alphabetisierungskurs erfordert Flexibilität der Lehrenden. Unterschiedliche Interessen der Lernenden sollten möglichst durch ein differenziertes Lernangebot berücksichtigt werden. Die Heterogenität bietet eine Chance für den Lernerfolg der Kursteilnehmenden. Der Sprachenreichtum, die kulturellen Unterschiede und die Erweiterung des Sprachenbewusstseins unterstützen die [[Alphabetisierung|Alphabetisierung]].
Ein Alphabetisierungskurs besteht aus drei Kursmodulen mit insgesamt 900 Unterrichtseinheiten (UE). Die Module werden gegliedert in:
Jedes Modul besteht aus drei Kursabschnitten zu je 100 UE. Zusätzlich sind die Teilnehmenden für den Orientierungskurs mit 45 UE verpflichtet. Vorausgesetzt, dass nach der Grundförderung von 900 UE das Sprachniveau B1 des GER (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen) nicht erreicht wurde, kann ein Aufbau- Alpha- Kurs C mit 300 UE fortgesetzt werden. Für eine zusätzliche Förderung nach 900 UE ist eine Teilnahme an dem Sprachtest Deutsch-Test für Zuwanderer notwendig. Im Rahmen der Grundförderung und des Nachweises des erreichten Niveaus B1 wird nur einmalig eine Testteilnahme finanziert.
Durch individuelle Lernerfolge können Kursteilnehmende in höhere Module ab dem Basis- Alpha- Kurses B eingestuft werden. Nach Beendigung eines Moduls ist es Teilnehmenden freigestellt in einen allgemeinen Integrationskurs zu wechseln. Ferner besteht für spezielle Zielgruppen die Möglichkeit in einen Frauen-, Jugend- oder Elternkurs weiter zu lernen. Mithilfe des Einstufungstests Deutsch- Test für Zuwanderer wird entschieden, an welchem Modul der „Wechselkandidat“ teilnehmen kann. Trotzdem sind die mindestens 945 vorgesehenen Unterrichtseinheiten zu beanspruchen und zwar durch Restförderungsmodule. In den Restfördermodulen werden Deutschkenntnisse mit dem Ziel des Niveau B1 vermittelt. Die Förderung eines Teilnehmenden ist beendet, wenn die 945 UE oder maximal 1245 UE beansprucht wurden.
In dem Basis- Alpha- Kurs werden den Teilnehmenden in den ersten beiden Modulen „grundlegendes Wissen über das lateinische Schriftsystem, elementare Kenntnisse der deutschen Sprache und erste Kompetenzen im Bereich der Lernerautonomie vermittelt.“ Das dritte Modul des Basis- Alpha- Kurses widmet sich „der Sicherung, Automatisierung und Vertiefung der vermittelten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten“
In den drei Modulen des Aufbau- Alpha- Kurses A steht die Vermittlung weiterer sprachlicher und schriftsprachlicher Kompetenzen im Vordergrund.
Im Aufbau- Alpha- Kurs B werden die gelernten Kompetenzen gefestigt und vertieft.
In allen Modulen gehören allgemeine schriftliche und mündliche Kenntnisse und Fertigkeiten, rezeptive und produktive Fähigkeiten, Interaktion, Grammatik, Lernstrategien- und Lerntechniken, Lehrwerks- und arbeitswissen, Sprach- und phonologische Bewusstheit dazu. Eine Wiederholung der bisherigen Kenntnisse und Unterrichtsinhalte ist von Bedeutung, um das Gelernte zu festigen.
An einem Integrationskurs mit Alphabetisierung sind nach dem Gesetz §4 Abs. 1 IntV Migranten und Migrantinnen berechtigt teilzunehmen, wenn ihre Kompetenzen im Schreiben und Lesen für einen allgemeinen Integrationskurs nicht ausreichen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden nach ihren Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten eingestuft. Eine Einteilung der Kursteilnehmenden in die entsprechenden Module ermöglicht eine gezielte Unterstützung und Betreuung. Bundesweit gibt es seit 2007 ein „Einstufungssystem für die Integrationskurse in Deutschland“. Das Einstufungssystem stellt den grundlegenden Bedarf eines Teilnehmenden dar. Das Ergebnis legt eine entsprechende Empfehlung für die Teilnahme an einem Alphabetisierungskurs fest. Teilnehmende werden nach ihren Kompetenzen in primäre, funktionale und Zweitschriftlerner eingeteilt. Unter drei Aspekten werden die Teilnehmenden beim Einstufungsverfahren getestet. Die Ermittlung der schriftlichen und mündlichen Sprachkompetenzen und die Festlegung des Alphabetisierungsbedarfs.
Migranten und Migrantinnen müssen den Deutsch-Test für Zuwanderer bestehen, um dauerhaft in Deutschland bleiben zu können. Ohne Kenntnisse der deutschen Sprache haben Ausländer keinen Anspruch auf eine Einbürgerung.
Nach den vorgegebenen Unterrichtseinheiten (UE) absolviert der Kursteilnehmende einen Abschlusstest. Das Sprachniveau A2 bis B1 nach GER (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen) mit dem skalierten Sprachtest „Deutsch- Test für Zuwanderer“ sollte erfolgreich abgeschlossen werden. Abschließend wird mit dem Orientierungskurs bundesweit ein Test zu den Themen „Politik in der Demokratie“, „Geschichte und Verantwortung“ und „Mensch und Gesellschaft“ durchgeführt.
Alphabetisierungskurse, wie auch die allgemeinen Integrationskurse, sollten mit dem Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ) abgeschlossen werden. Dabei wird das Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) als sprachliches Zielniveau angestrebt. Für Menschen mit analphabetischem Hintergrund ist der Abschluss mit dem Niveau A2.2 in dem vorgegebenen Zeitrahmen oftmals realisierbarer. Für primäre Analphabeten wird das Niveau A2.1 angestrebt. Aus diesen Gründen besteht die Möglichkeit, den Aufbau-Alpha-Kurs B mit 300 UE zu wiederholen. Geübte Lerner und fortgeschrittene Teilnehmer haben die Wahl in einen allgemeinen oder speziellen Integrationskurs zu wechseln. Um einen bestmöglichen Effekt zu erzielen und den Kursteilnehmenden die Chance zu geben, sich nach der Förderdauer eigenständig weiterzubilden, werden in den Kursen neben sprachlichen und schriftsprachlichen Zielen auch Aspekte wie autonomes Lernen oder Schlüsselfähigkeiten wie Teamfähigkeit vermittelt. Interkulturelle Kompetenzen spielen ebenso eine Rolle. Dabei können Verhaltensweisen aus der Herkunftskultur mit denen der Aufnahmekultur verglichen und reflektiert werden. Ein weiteres Ziel ist es, das Sprachenbewusstsein der Teilnehmenden zu fördern. Da die Stärkung der Sprache der Herkunftskultur sich positiv auf das Lernen der Zweitsprache auswirkt.

St. Leonhard (Apfeltrach)

Die römisch-katholische Wallfahrtskirche St. Leonhard befindet sich in Apfeltrach im Landkreis Unterallgäu in Bayern. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.

Das Langhaus der Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der etwas in südlicher Richtung abgeknickte Chor ist noch älter als das Langhaus und stammt aus dem 14. Jahrhundert. 1741 wurde die Kirche umgebaut und in dieser Zeit durch Johann Merk die Stichkappentonne im Chor eingezogen. Die Empore im Inneren an der Westseite wurde im 17. Jahrhundert errichtet, die Flachdecke 1774. Der Kirchturm mit Satteldach stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und befindet sich im südlichen Chorwinkel.
Die Stipes aus Sandstein des Altares im Chor stammen vermutlich aus dem 14. Jahrhundert. Die beiden Seitenaltäre wurden um das Jahr 1680 geschaffen. Auf diesen befinden sich links Figuren des Hl. Sebastian, seitlich davon der Hl. Georg und Johannes der Täufer. Im Auszug des linken Seitenaltares ist vermutlich die Hl. Katharina dargestellt. Die Figuren stammen allesamt aus dem späten 17. Jahrhundert. Der rechte Seitenaltar zeigt die Figuren aus dem 18. Jahrhundert des Antonius von Padua mit den Hl. Franziskus und Antonius Eremita. Seitlich davon befinden sich Figuren des Hl. Joachim und Anna. Im Auszug befindet sich eine Darstellung der Hl. Veronika, welche alle aus dem späten 17. Jahrhundert stammen.
Die Chorwände zieren Wandmalereien aus der Mitte des 15. Jahrhunderts in drei Reihen. Die oberste Reihe der Wandmalereien ist etwas älter und stammt aus der Zeit um 1430. An der Ostseite des Chores befinden sich Darstellungen von Mariä Tempelgang, sowie die Verlobung Mariens. Die Südseite des Chores zeigt Szenen der Beschneidung Christi und in den beiden unteren Reihen Darstellungen aus dem Leben Christi und Mariä.
Die Deckengemälde im Chor wurden 1741 geschaffen und erst 1961 wieder freigelegt. Dargestellt sind der Hl. Leonhard zu Füßen Christi mit Kreuz und in der südöstlichen Kartusche den Hl. Rochus. Die Bilder im Langhaus wurden durch Bruno Tobias Lederer 1774 geschaffen. Diese zeigen den Hl. Leonhard als Patron der Gefangenen und des Viehs, sowie weiteren Szenen aus seinem Leben. Eine von Engeln gehaltene Kartusche über dem Westfenster zeigt ein Chronogramm mit 1774.
Die Kanzel ist mit 1683 bezeichnet. Das ungefaßte Chorgestühl stammt aus der Zeit um 1741. In der Kirche befinden sich auch mehrere Gemälde. Aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammt das Gemälde des Hl. Leonhard als Befreier von Gefangenen und am Kindbett der fränkischen Königin. Die Abbildung der 14 Nothelfer um 1718 war ursprünglich das Hochaltarblatt der Nothelferkapelle. Des Weiteren befindet sich eine Figur der Muttergottes von 1420/1430 in der Kirche. Ebenso eine Kreuzigungsgruppe aus dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts. Die Pietà stammt aus der Zeit um 1520.
48.02253910.495183Koordinaten: 48° 1′ 21″ N, 10° 29′ 43″ O

Arzt

Ein Arzt, eine Ärztin, beschäftigt sich mit der Vorbeugung (Prävention), Erkennung (Diagnose), Behandlung (Therapie) und Nachsorge von Krankheiten und Verletzungen (Patientenversorgung).
Die Vielfalt der Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten hat in der Humanmedizin zu einer großen Anzahl von Fachgebieten und weiteren Differenzierungen geführt (→ Liste medizinischer Fachgebiete). Die Zahnmedizin nimmt eine Sonderstellung ein.

Die Bezeichnung Arzt (mittelhochdeutsch arzât, neuniederländisch arts) zog während des Mittelalters aus der lateinischen Gelehrtensprache ins Deutsche ein, und zwar über die latinisierte Variante archiater des griechischen ἀρχίατρος (archiatros; klassische Aussprache [arkʰíatros]) „Oberarzt, Leibarzt“, einer Zusammensetzung aus ἀρχή (arche; kl. Ausspr. [arkʰɛ́ː]) „Herrschaft, Kommando“ und ἰατρός (iatros; kl. Ausspr. [iatrós]) „Arzt“. In vielen fachsprachlichen Komposita tritt das ursprüngliche griechische Wort ἰατρός bzw. die latinisierte Form -iater als Wortbestandteil auf: iatrogen „durch ärztliches Handeln verursacht“; Psychiater „Seelenarzt“ usw. Über deutsche Vermittlung gelang das Wort in andere Sprachen, so lettisch ārsts, estnisch arst.
Die germanische Bezeichnung für den Heilberuf (althochdeutsch lâchi) ist beispielsweise im dänischen læge, im schwedischen läkare, im englischen leech („Blutegel“) oder im deutschen Familiennamen Lachmann erhalten und hat sich in andere Sprachen verbreitet, z. B. finnisch lääkäri, gälisch dochtúir leighis. Im polnischen lekarz und tschechischen lékař ist die germanische Wurzel mit einem slawischen Suffix (-arz, -ař) verbunden.
Die lateinische Bezeichnung medicus „Arzt, Wundarzt“ oder eine davon abgeleitete Form findet sich vor allem in den romanischen Sprachen, etwa italienisch medico, spanisch/portugiesisch médico, rumänisch medic, französisch médecin, aber unter romanischem Einfluss auch in anderen Sprachen: baskisch mediku, englisch medic.
In vielen Sprachen wird der Arzt umgangssprachlich nach seinem zumeist geführten akademischen Grad Doktor genannt.
Die Funktion des Arztes ist eine der ältesten der Menschheit. Medizingeschichtlich gesehen entstand der Arztberuf aus dem Stand der Heilkundigen, die schon unter den Priestern des Altertums zu finden waren.
Während die körperliche Gesundheit von männlichen Ärzten mit derjenigen der allgemeinen männlichen Bevölkerung vergleichbar zu sein scheint, scheint die körperliche Gesundheit von Ärztinnen besser zu sein als die der allgemeinen weiblichen Bevölkerung.
Hinsichtlich der psychischen Gesundheit fällt auf, dass Depressionen und Suchterkrankungen bei Ärzten häufiger vorkommen als in der restlichen Bevölkerung. Ein weiteres bei Medizinern häufig auftretendes Krankheitsbild ist das Burnout-Syndrom, das bereits bei Medizinstudenten in einer erhöhten Rate nachgewiesen werden kann.
Mehrere Studien zeigten eine gegenüber der allgemeinen Bevölkerung erhöhte Suizidrate unter Ärzten. Das gegenüber der Normalbevölkerung erhöhte relative Risiko, einen Suizid zu begehen, lag für Ärzte bei 1,1–3,4 und für Ärztinnen bei 2,5–3,7. Da in den Studien meist nur eine kleine Zahl von Suiziden untersucht wurde, waren die Vertrauensbereiche des wahren Wertes der Risikoerhöhung weit. Es wird vermutet, dass eine beträchtliche Anzahl von Selbstmorden nicht erfasst werden, da diese fälschlicherweise als Vergiftungen oder Unfälle deklariert werden. Von den verschiedenen beruflichen Spezialisierungen sind insbesondere Psychiater, Anästhesisten und Allgemeinmediziner von einer erhöhten Suizidrate betroffen. Als Ursachen des erhöhten Suizidrisikos werden verschiedene Faktoren diskutiert. Ein Persönlichkeitsprofil mit zwanghaften Zügen kann infolge der beruflichen Anforderungen zu einer depressiven Störung führen. Die Schwierigkeiten, Familie und Karrierewunsch miteinander zu vereinbaren, können insbesondere bei Ärztinnen zu Erschöpfung und Depression führen. Suchterkrankungen (wie beispielsweise Alkohol-, Drogen- und Medikamentenabhängigkeit), die bei Ärzten häufiger auftreten, gehen ihrerseits häufiger mit Depressionen und einer erhöhten Suizidrate einher. Dieses für Ärzte und Ärztinnen festgestellte Risikoprofil ist berufsunabhängig und trifft für die meisten Suizidenten zu.
Psychische Probleme korrelieren häufig mit Zeitdruck und mangelnder Autonomie am Arbeitsplatz sowie belastenden Patient-Arzt-Beziehungen. Ärzte werden seltener krankgeschrieben und zeigen eine mangelhafte Inanspruchnahme medizinischer Versorgungsleistungen. Häufig behandeln sich Ärzte selbst. Die eigenständige Behandlung eigener psychischer Störungen ist jedoch häufig ineffektiv.
Die Heiligen Zwillingsbrüder Cosmas und Damian gelten wegen ihres Arztberufs unter anderem auch als Schutzpatrone der Ärzte. Ein weiterer Schutzpatron ist der heilige Pantaleon, einer der Vierzehn Nothelfer.
Der Arzt gehört in Deutschland zu den Freien Berufen und ist ein klassischer Kammerberuf.
Ärzte unterliegen einer staatlichen Überwachung der Zulassung (Approbation in Deutschland, s. u. in anderen EU-Ländern) und unter anderem dem Arztwerberecht, welches weitgehende Einschränkungen in der Publikation und Veröffentlichungen bedeutet. Ärzte haften ihren Patienten zwar nicht auf Erfolg ihres Handelns, können ihnen aber unter dem Gesichtspunkt der Arzthaftung zum Schadenersatz verpflichtet sein.
Die freie Ausübung der Heilkunde ist in Deutschland nur approbierten Ärzten erlaubt, mit festgelegten Einschränkungen dürfen auch Heilpraktiker Kranke behandeln, wobei die klar festgelegten Grenzen einzuhalten sind. Ausnahmsweise werden spezielle Bereiche der Diagnostik und Therapie auch (meist auf Veranlassung von Ärzten) von Angehörigen der Gesundheitsfachberufe durchgeführt.
Ab dem Zeitpunkt der ärztlichen Approbation darf der Arzt die gesetzlich geschützte Bezeichnung „Arzt“ führen und erhält mit ihr die staatliche Erlaubnis zur eigenverantwortlichen und selbstständigen ärztlichen Tätigkeit. Die bundesweit einheitliche Approbationsordnung regelt das zuvor erfolgreich abzuleistende mindestens sechsjährige Medizinstudium bezüglich der Dauer und der Inhalte der Ausbildung in den einzelnen Fächern, sowie der Prüfungen. Das Studium der Medizin umfasst u.a. drei Staatsexamina sowie 1 Jahr praktische Tätigkeit (sog. Praktisches Jahr). Von Oktober 1988 bis Oktober 2004 war zur Erlangung der Vollapprobation zusätzlich eine 18-monatige Tätigkeit als „Arzt im Praktikum“ unter Aufsicht eines approbierten Arztes notwendig. Meist arbeitet ein approbierter Arzt für mehrere Jahre als Assistenzarzt an einer von der Landesärztekammer anerkannten Weiterbildungsstätte (z. B. Klinik oder Praxis), um sich auf einem oder mehreren Spezialgebieten der Medizin weiterzubilden und evtl. nach zusätzlich mindestens 5-jähriger Weiterbildungszeit einen Facharzttitel zu erwerben. Einzelheiten dazu sind in den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern geregelt. Niedergelassene Ärzte arbeiten in freier Praxis, gegebenenfalls auch mit mehreren Ärzten in einer Berufsausübungsgemeinschaft (früher: Gemeinschaftspraxis) oder Praxisgemeinschaft (s. a. Vertragsarztrechtsänderungsgesetz). Honorarärzte arbeiten auf Honorarbasis für verschiedene niedergelassene Ärzte oder Kliniken.
Jeder Arzt ist Pflichtmitglied der Ärztekammer (Landesärztekammer), in deren Gebiet er seine ärztliche Tätigkeit ausübt. Im Jahr 2012 waren in Deutschland bei den Landesärztekammern 459.021 Ärzte gemeldet. Zur Behandlung von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherungen benötigt der Arzt eine Zulassung (Arzt in eigener Praxis) oder Ermächtigung (als Arzt in einem Krankenhaus oder ähnlicher Institution) und ist dann auch Pflichtmitglied der Kassenärztlichen Vereinigung seines Niederlassungsbezirks. Die Kassenärztliche Zulassung besitzen 135.388 Ärzte (Stand 31. Dezember 2008): 58.095 Hausärzte und 77.293 Fachärzte. In den Kliniken sind 146.300 Ärzte beschäftigt. Ende 2013 arbeiteten 35.893 ausländische Ärzte in Deutschland. 2013 betrug die Zahl der berufstätigen Ärzte in Deutschland 357.252.
Strafrechtlich sind ärztliche Eingriffe der Körperverletzung gleichgesetzt. Diese ist nicht strafbar, wenn die Einwilligung der behandelten Person nach einer Aufklärung vorliegt und die Handlung auf dem Stand des aktuellen medizinischen Wissens vorgenommen wird (§§ 223 ff StGB). Ausnahmen bestehen, wenn der Patient aufgrund seines Zustandes (z. B. Bewusstlosigkeit) nicht in der Lage ist, seine Entscheidung mitzuteilen, und durch die Unterlassung des Eingriffs die Gefahr von negativen gesundheitlichen Folgen oder sogar dem Tod des Patienten besteht. Zudem können eingeschränkt- oder nichteinwilligungsfähige Personen, wie z. B. Kinder oder in bestimmten Fällen seelisch Erkrankte, auch gegen ihren Willen behandelt werden. Hierfür existieren strenge rechtliche Regelungen und Verfahrenswege, bei welchen neben dem Arzt auch andere Institutionen, z. B. Amtsgericht oder gesetzlicher Betreuer, an der Entscheidung mitwirken.
Aus Sicht des Bundesgerichtshofs (BGH) zählen Kassenärzte nicht als Beauftragte einer Krankenkasse oder als Amtsträger. Sie machen sich daher nicht im Sinne des Bestechungsparagraphs 299 des Strafgesetzbuches strafbar, wenn sie Geschenke von Pharmaunternehmen bzw. -vertretern annehmen. Zu diesem Urteil ist der BGH im März 2012 gekommen.
Die Verordnung von rezeptpflichtigen Arzneimitteln und die meisten invasiven Maßnahmen sind in Deutschland ausnahmslos dem approbierten Arzt vorbehalten. Hierbei ist er persönlich zur Einhaltung des anerkannten wissenschaftlichen Standes und ethischer Vorgaben verpflichtet. Weiter unterliegen Ärzte speziellen Regelungen, wie dem Berufs- und Standesrecht, welches auch an die Genfer Konvention anknüpft. Insbesondere ist auch im Strafrecht die Einhaltung der ärztlichen Schweigepflicht nach § 203 StGB festgehalten.
In Deutschland sind aus historischen Gründen eine Reihe unterschiedlicher medizinischer akademischer Grade anzutreffen. Diese weisen im Gegensatz zum Facharzttitel nicht auf eine besondere Fachkompetenz hin, sondern dienen vorrangig als Beleg einer wissenschaftlichen Leistung in einem medizinischen Bereich. Überwiegend wird man die folgenden akademischen Grade antreffen:
Laut einer Studie des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen haben deutsche Ärzte trotz längerer Arbeitszeiten je Patient die kürzeste Sprechzeit in Europa. Sie liegt 30 % niedriger als der europäische Durchschnitt.
Die Einkommen von Ärzten in Deutschland variieren stark, da das Spektrum medizinischer Tätigkeiten sehr breit gefächert ist. Auch finden sich unter Ärzten erhebliche Unterschiede bei der Arbeitszeit, insbesondere zwischen klinisch tätigen (bspw. 24 Std.-Schichten sowie eine hohe Anzahl an Überstunden) und niedergelassenen (hoher Anteil „nicht-medizinischer“-Tätigkeit aufgrund der Selbständigkeit).
Nach Schätzungen des GKV-Spitzenverbandes wird das Durchschnittseinkommen der niedergelassenen Ärzte 2010 auf 164.000 Euro brutto steigen.
Um einem Mangel an Landärzten entgegenzuwirken, will die Bundesregierung in einem neuen „Versorgungsgesetz“ das Einkommen von Landärzten erhöhen.
Neben den strengen rechtlichen Vorgaben zur Ausübung seines Berufs ist der Arzt auch bei der Außendarstellung bzw. Werbung zu seinen Leistungen und seiner Praxis mit umfangreichen Verordnungen und Gesetzen konfrontiert. Im Unterschied zu anderen Branchen ist Ärzten anpreisende oder vergleichende Werbung absolut verboten. Seit dem 105. Deutschen Ärztetag sind sachliche, berufsbezogene Informationen über ihre Tätigkeit gestattet. Hauptkriterium ist dabei das schützenswerte Interesse des mündigen Patienten.
Ende 2006 waren in Deutschland ca. 407.000 Ärzte gemeldet, davon sind 95.700 ohne ärztliche Tätigkeit (siehe Abb.). Die Kassenärztliche Zulassung besitzen 59.000 Hausärzte und 60.600 Fachärzte. In den Kliniken sind 148.300 Ärzte beschäftigt. Im Jahr 2011 wurden in Deutschland rund 342.100 berufstätige Ärzte und rund 107.300 Ärzte ohne ärztliche Tätigkeit gezählt. Auf durchschnittlich 239 Einwohner kam ein berufstätiger Arzt.
Die chronologische Entwicklung kann aus der folgenden Tabelle und der Abbildung abgelesen werden.
In Österreich ist man mit der Sponsion zunächst Doktor der gesamten Heilkunde (Doctor medicinae universae/Dr. med. univ.). Mittlerweile handelt es sich entgegen der Bezeichnung nicht um einen Doktorgrad, sondern um einen Diplomgrad ähnlich dem Magister oder dem Diplomingenieur. Vor dem Wintersemester 2002/03 war das Medizinstudium in Österreich ein Doktoratsstudium, welches auch Übergangsregelungen kannte. Der eigentliche Doktorgrad der Medizin (Doctor scientae medicinae bzw. Dr. scient. med.) kann im Anschluss an das Diplomstudium in einem dreijährigen Doktoratsstudium erworben werden.
Selbständig als Arzt tätig werden darf man nur, wenn für drei Jahre im Rahmen des „Turnus“ verschiedene (definierte) Disziplinen durchlaufen wurden und die Arbeit vom jeweiligen Abteilungsvorstand positiv bewertet wurde. Danach ist eine weiter abschließende Prüfung abzulegen. Damit hat man das „jus practicandi“ erworben, also die Berechtigung zur selbständigen Berufsausübung als Arzt für Allgemeinmedizin. Alternativ kann sofort nach der Sponsion die (meist sechsjährige) Ausbildung zu einem Facharzt erfolgen, nach der wiederum eine Prüfung abzulegen ist. Viele Fachärzte absolvieren den Turnus vor Beginn der Ausbildung ganz oder teilweise. Es hat sich in Österreich eingebürgert, die Ausbildung zum Allgemeinmediziner zuvor abzuleisten. Viele Krankenhäuser nehmen nur Assistenzärzte mit abgeschlossener Turnusausbildung in Dienst, da diese einen Nacht- oder Wochenenddienst alleine ableisten dürfen. Ärzte aus anderen EU-Staaten können um Anerkennung als approbierte Ärzte ansuchen.
Am 14. Dezember 2010 hat die EU-Kommission in ihrem Amtsblatt C377/10 eine Änderungsmitteilung für die EU-Richtlinie 2005/36, Anhang 5.1.1. veröffentlicht, wonach ab diesem zeitpunkt sämtliche Absolventen des österreichischen Medizinstudiums bereits mit der Promotion ihr Grunddiplom abgeschlossen haben und somit innerhalb des gesamten EU- und EWR-Raumes sowie der Schweiz und Liechtenstein eine selbständige Tätigkeit bzw. Ausbildung zum Facharzt unter denselben Voraussetzungen wie einheimische Mediziner aufnehmen dürfen. Bis dahin hatten Mediziner aus Österreich erst mit dem Abschließen der Ausbildung zum Allgemeinmediziner bzw. Facharzt ein Anrecht auf automatische Anrechnung ihres Diploms in den übrigen Mitgliedsstaaten.
Der (niedergelassene) Arzt gehört in Österreich zu den Freien Berufen (Berufe von öffentlicher Bedeutung).
In der Schweiz ist man nach dem mit dem Staatsexamen abgeschlossenen sechsjährigen Studium zunächst eidgenössisch diplomierter Arzt und als solcher zur Arbeit als Assistenzarzt in Krankenhäusern und Arztpraxen befugt.
Die Weiterbildung zum zur selbständigen Berufsausübung befugten Facharzt dauert je nach Fach zwischen drei („praktischer Arzt“) und 8 Jahren nach dem Studienabschluss. Für einen Facharzttitel muss zudem eine Facharztprüfung abgelegt werden. Danach darf sich der Arzt „Facharzt für FMH“ nennen. Die Erlaubnis zur Praxiseröffnung ist kantonal geregelt, die Zulassung zur Berufsausübung zulasten der Krankenkassen wird vom Krankenkassenzentralverband Santésuisse erteilt, ist aber nur eine Formalität. Aktuell besteht aber ein Praxiseröffnungs-Stopp, welcher die Berufsausübung zulasten der Krankenkassen einschränkt. Lediglich bei Bedarfsnachweis, z.B. bei einer Praxisübernahme, ist eine Zulassung möglich.
Die jeweilige Fachgesellschaft prüft, ob jeder Facharzt seiner Fortbildungspflicht (je nach Fachgebiet 60–100 Stunden pro Jahr) nachkommt.
Seit dem 1. Januar 2005 gilt für die Assistenzärzte und Oberärzte eine durch das landesweit gültige Arbeitszeitgesetz begründete maximale Wochenarbeitszeit von 50 Stunden. Bis dahin waren Verträge mit der Formulierung „Die Arbeitszeit richtet sich nach den Bedürfnissen des Spitals“ üblich, wodurch Arbeitszeiten oft über 60 und 70 Stunden pro Woche, ohne finanziellen Ausgleich zu leisten waren.
Die Entgelte der Assistenzärzte liegen deswegen auf dem Niveau der Pflegenden im oberen Kader (Pflegedienstleitungen).
Die Leitenden Ärzte und Chefärzte sind finanziell in der Gesamtvergütung deutlich höher gestellt. Sie sind aus dem Arbeitszeitgesetz ausgegliedert.
Nationales: